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Zadera - ...something red
Strobelight / Indigo

- Der Strobelight-Brunnen sprudelt ja nun unablässig brillante Bands aus dem Goth-Rock-Underground an die Oberfläche, daran sollte man sich langsam gewöhnt haben. Aber wie an etwas gewöhnen, wenn man jedes Mal wieder mit seligem Blick vor dem CD-Player hockt...? Zadera sind ein neues Sternchen an diesem Horizont.


Oder, anders gesagt: Sie sind ein ungeschliffener Diamant, den man nach ein paar Mal hören auf keinen Fall wieder hergeben will. "...something red" ist auf seine kleine, direkte Art verdammt groß und eindrucksvoll.

Unüberhörbar steht die junge Band in der Tradition von 80er-(Düster-)Punk-Bands wie X-Mal Deutschland oder Nichts – und unüberhörbar machen sie dieses Genre reif für die heutige Zeit. Zadera treffen unverkennbar den Ton, und dass, ohne auch nur für eine Sekunde langweilig zu werden.

Den balladesken, sehr zerbrechlichen Song "Fallen" dürfte so mancher schon vom viel beschworenen "New Dark Age"-Sampler kennen. Wie sämtliche ruhigeren Nummern berührt er durch die klare, kindliche Stimme von Sängerin Conny, die sich nicht operettenhaft aufplustern muss und keine zigtausend Soundeffekte braucht, um ihren ganz eigenen Charme zu entfalten. Eine Lärm-Nummer wie „No Answer“ schraubt den Pogo-Faktor noch mal um einige Grad nach oben, und beweist, dass dieses Stimmchen durchaus geballte Wut transportieren kann. "Circulation" hingegen weist gar eingängig-rockige Züge auf.

Dann und wann zeigt die Band tatsächlich Mut zur deutschen Sprache – etwas, das Zadera auf keinen Fall ablegen sollten, da sie sich ihrer meist einfach gehaltenen Lyrics auch nicht zu schämen brauchen. "Das Licht" und "Sie" sind so ganz besondere Highlights des Albums.

Diesen vielgesichtigen Abwechslungsreichtum eint eins: Zadera machen farbenfrohe, punkige Musik, die sich trotz manchmal schwermütiger, melancholischer Texte doch weder Kitsch noch Pathos verschrieben hat. Das Album lässt sich in einem Zug durchhören und macht Lust darauf, die Band auch live zu erleben – solche Musik gehört letztlich mehr auf die Bühne denn auf ein Silberscheibchen.

Mag sein, dass die Produktion hier und da Schwachstellen aufweist, mag sein, dass Zadera den Batcave-Sektor mit ein paar sparsam eingestreuten Metal-Riffs ("One more life") schon überschreiten – diese CD ist wunderschön, und diese Band verdient es, gehört zu werden.

Kaufen!

Label: Strobelight Records
Vertrieb: Indigo
Spielzeit: 47:59
Titel: 14
VÖ-Datum: 11.10.04

[www.zadera.de]
[www.strobelight-records.com]


19.11.2004 Daniela Turß