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Voodoo Church - Unholy Burial
Strobelight / Al!ve

- Mit Voodoo Church meldete sich im Herbst letzten Jahres eine Kultband aus der Versenkung zurück, deren Geschichte bereits im Jahr 1981 begann, nach der Veröffentlichung einer einzigen 4-Track Vinyl-EP und diversen Live-Shows jedoch wieder auf Eis gelegt wurde. Und somit ist "Unholy Burial" das mit mehr als 20 Jahren Verspätung erschienene Debüt-Album dieser US-Combo.


Man fragt sich doch ernsthaft, warum sich Vooddo Church, die sich in den frühen Achtzigern über mangelnden Zuspruch offenbar nicht beklagen konnten, solange zur Ruhe gesetzt hatten. Wie auch immer - die fast zwanzigjährige Pause scheint den musikalischen Visionen von Frontfrau Tina Winter nicht geschadet zu haben, denn ihre Comeback-Show im Jahr 2002 fand vor einem enthusiastischen Publikum statt. Allerdings steht der Voodoo Church Begründerin und Sängerin ein komplett neues Line-Up zur Seite: Brian Elizondo an der Gitarre, Randall Cole am Bass und Fear Cult-Drummer Tony Havoc am Schlagzeug.

Damit scheint es auch nicht verwunderlich, dass Voodoo Church eine ähnlich markante Rhytmusarbeit aufzuweisen haben wie Fear Cult, welche nach Veröffentlichung ihres aktuellen Albums gerne mit Christian Death verglichen wurden. Voodoo Church erinnern aufgrund der dunklen, melancholischen und ausdrucksstarken Vocals von Tina hingegen eher an Siouxsie & The Banshees, die laut Aussage der Band eben auch einer der maßgeblichen Einflüsse ist. Letztlich loten Voodoo Church auf ihrem Debüt jedoch alle möglichen Ausdrucksformen des US-Deathrock aus.

Schräge Nummern wie "Who´s Fault" oder "THis Life This Death" geben der halbwegs pogotauglichen Nummer "Ragged Souls" die Hand und mit "Eternal Waltz" ist auch ein echter Death-Rock-Walzer auf "Unholy Burial" enthalten. Neben dem atmosphärischen, bereits vom "New Dark Age Vol.2"-Sampler bekannten, "New Death" hat vor allem eine Nummer wie "Zombie A Go-Go" echte Chancen, ein Klassiker auf jeder Deathrock-Party zu werden. Nicht minder gelungen - das stimmungsvolle The Cure-Cover "The Figurehead", das dem Original in Sachen Dramatik und Düsternis in nichts nachsteht.

Damit ist "Unholy Burial" - gerade für das oftmals etwas eintönige Goth-Rock-Genre - ein ausgesprochen vielseitiges Album, das gerne hätte länger als eine gute halb Stunde ausfallen dürfen. Voodoo Church verfolgen nach eigener Aussage das Ziel, ihren Stil stetig weiterzuentwickeln und dabei stets die Dunkelheit zu umarmen. Inwiefern hier eine Weiterentwicklung stattgefunden hat, läßt sich aufgrund fehlender Vergleichsmöglichkeiten schlecht sagen. In jedem Falle klingt die Band trotz ihrer klaren Bezüge zum Goth-Sound der Achtziger nicht angestaubt und es bleibt nur zu hoffen, dass man auf das nächste Lebenszeichen des Quartetts nicht erneut knappe 20 Jahre warten muß.

Label: Strobelight Records
Vertrieb: Al!ve AG
Spielzeit: 35:37
Titel: 12
VÖ-Datum: 08.11.04

12.02.2005 Marco Schwiers