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SCREAMS FOR TINA - 2003 A.D. (MCD)

(Strobelight Records/Indigo)

Wer hätte das gedacht? Nach rund zehn Jahren hört man wieder etwas von der legendären Band SCREAMS FOR TINA, die bereits Mitte der 80er Jahre ihre geniale Mini-LP "Strobelight Funeral" (hat sich danach vielleicht sogar das Label benannt? Würde Sinn machen und den Kreis schließen) auf den Markt gebracht hatten und damit einen ewigen Death-Rock Klassiker schufen. Anfang bis Mitte der 90er tauchte die Band noch einmal mit einer Doppel-Single und einem Album auf und verschwand dann scheinbar komplett aus der Musikszene. Umso schöner, dass Warren Mansfield und Billy Budd nun wieder da sind und vielleicht nach dieser Maxi auch mal wieder ein ganzes Album folgen lassen. Auf jeden Fall sind sie mit ihrem klassischen Sound irgendwo zwischen Death-Rock und eher britisch geprägten Gothic-Rock bei Strobelight Records genau auf dem richtigen Label gelandet, das damit nach den Alben von Murder At The Registry und Frank The Baptist weiterhin für hohe Qualität im Gothic-Rock-Sektor sorgt, und das ganz ohne jegliche Metal-Anwandlungen.


Der Wiedererkennungswert bei SCREAMS FOR TINA liegt auch nach mehr als fünfzehn Jahren vor allem im Gesang von Mansfield und den unverwechselbaren Gitarren, die das Herz jedes Gothic-Rock-Fans höher schlagen lassen, zumindest, wenn man wie ich auf diesen klassischen Sound steht.


Der Opener "Standing In The Rain" lässt mich ein ganz kleines bisschen an die guten alten Fields Of The Nephilim denken, "Life Of Sin" ist gut produzierter, solider Gothic-Rock und "Ranjipur" hingegen druckvoller US-Death-Rock. Zum Schluss gibt es dann noch einen Remix des Bandklassikers "Eleven Eleven", der sicher zu den besten Death-Rock-Songs der 90er Jahre gehört. Allerdings ist der Sound etwas vermixt, aber alleine die kreischenden Gitarren lassen schon darüber hinweg sehen und das Herz eines in die Jahre gekommenen Goth-Punk- und Death-Rock-Fans wie mich aufblühen.


Mit dieser CD zeigen SCREAMS FOR TINA, dass sie auch im fortgeschrittenen Alter den meisten heutigen Death-Rock-Bands eine Menge vormachen können und sich bestimmt nicht verstecken brauchen. Bleibt die Hoffnung auf ein neues Album, auf das man nicht wieder ein Jahrzehnt warten muss. (A.P.)