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Various Artists - Strobelights Vol.2
Strobelight / Al!ve

- Die Aufgabe ist denkbar einfach, die Umsetzung vermutlich verdammt schwierig: Sie lautet "Stell mal Deinen persönlichen Supersampler zusammen!. Gestellt wurde sie im Falle "Strobelights Vol.2" Jürgen Jakob, dem Promoter des jüngsten Deathrock-Kults namens Strobelight-Records.


Als im vergangenen Jahr "Strobelights Vol.1" erschien, dürfte sich bereits so manch einer verdutzt die Augen ob der darauf befindlichen Ausnahmebands, Kultsongs und Raritäten aus dem Batcave, Deathrock und Gothic-Rock Sektor, gerieben haben. Die Crew von Strobelight-Records hat sich selbst einen Traum erfüllt und diese Sampler-Reihe ins Leben gerufen, um in mehreren Folgen ihre ganz persönlichen Lieblingstracks zusammen zu fassen und somit das Wunschprogramm eines genialen Disco-Besuchs in kompaktem Format transportabel zu machen. Paul Cuska war dies auf "Strobelights Vol.1" bereits gelungen, Jürgen Jakob setzt dem nun noch einen drauf.

Wer Compilations nur kauft, um all die großen Superhits aus jedem Standard-Goth-Club parat zu haben, ist bei "Strobelights" an der vollkommen falschen Adresse, denn hier geht es vielmehr um Liebhaber-Stücke, schräges Material und alte Klassiker, von deren Existenz 99% der jüngeren Szene-Gänger vermutlich nicht mal gehört haben. Selbst meinereiner muß bei vielen Titeln und einigen Bands hier passen. Doch gerade das ist eben das spannende an "Strobelights" - man begibt sich zwangsläufig auf eine Entdeckungsreise der besonderen Art und wird mehr als nur einmal positiv überrascht.

"Running On Empty" von Passion Play schaffte es doch prompt in meine derzeitige Liste von persönlichen Faves. Und wie lange habe ich "Die Axt" von Fliehende Stürme, "Stanza" von Madre Del Vizio oder "Creeping Death" von Calling Dead Red Roses nicht mehr gehört? Exklusive "Strobelight"-Versionen lieferten Mephisto Walz ("Hunter´s Trail") und Pink Turns Blue ("Missing You") ab. Meinen Horizont erweitert haben die genialen Tracks von Chrome, Exedra und Stimmen Der Stille, immernoch gefällig die Sounds von Play Dead, Sex Gang Children und Corpus Delicti.

Hier gibt es fast 80 Minuten dunklen bis schrägen Gitarrensound, mal typisch gothrockig, mal eher punkig angehaucht wie auch experimentelle oder äußerst atmosphärische Tracks von Bands, die man nicht alltäglich, noch gar nicht oder schon ewig nicht mehr gehört hat. Und ich bin sicher, dass Jürgen Jakob nicht der einzige ist, für den dieser Sampler ein "innerer Vorbeimarsch" ist, der Freude bis Verzückung auszulösen weiß. Allen Goth- und Deathrock-Ohren dringendst zu empfehlen.

Label: Strobelight Records
Vertrieb: Al!ve AG
Spielzeit: 75:34
Titel: 18
VÖ-Datum: 08.11.04

06.02.2005 Marco Schwiers