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COMPILATION - New Dark Age Vol.3
Erstveröffentlichung: Doppel-CD 2005 / Strobelight Records / Al!ve / STROB 016
Ich höre und liebe nun seit rund 20 Jahren den guten alten Gitarren-Gothic,
der mit Bands wie Bauhaus und Sisters Of Mercy Anfang der 80er Jahre entstanden
ist und bis heute einige Hochs und Tiefs durchmachen musste. So hörte
man Ende der 80er Jahre kaum etwas aus diesem Bereich, Anfang der 90er Jahre
gab es ein erstes Revival, nicht nur in Deutschland. Mitte/Ende der 90er Jahre
wurde die Szene mit schlechtem Dark Wave und Electro beschallt und seit einigen
Jahren hat sich die Gitarren-Fraktion wieder etwas erholt und es gibt unzählige
neue Bands, die auch eine Hörerschaft haben. Trotzdem bleibt es ein Underground-Phänomen,
während Metalbands und so genannter Future-Pop die Clubs beschallen und
die Magazine beherrschen.
Einen wieder mal recht umfassenden und gelungenen Überblick, was sich
im Gitarren-Gothic-Bereich derzeit so tut gibt der dritte Teil der „New
Dark Age“-Samplerreihe, so dass das Teil für Fans dieser Musik
definitiv wieder zum Pflichtkauf taugt. Von britisch geprägtem Gothic-Rock
über Batcave-Sound, Death-Rock, New Wave bis hin zu fast punkigen Klängen
und mehr sind alle möglichen Unterstile des ursprünglichen, schwarzen
Sounds vertreten, wobei die Mischung aus einigen „Helden“ der
guten alten Zeit und neueren, noch weitgehend unbekannten Bands stimmt und
keine Totalausfälle auf den beiden CDs mit insgesamt 40 Bands und entsprechend
vielen Tracks zu verzeichnen sind. Dafür jede Menge einfach gute Songs,
ein paar richtige Hits und einige mittelmäßige, aber nicht schlechte
Tracks.
Zu den bekannten und teilweise kultisch verehrten Bands gehören die reformierten
AUSGANG, IKON, FRANK THE BAPTIST, THE EMPIRE HIDEOUS, THE DEEP EYNDE, die
durchgehend ordentliches, aber nicht geniales Material abliefern, und die
allesamt aus dem Rozz Williams-Umfeld stammenden EVA O., FAITH AND THE MUSE
und MEPHISTO WALZ. EVA O. beweist mit diesem Stück und ihrem aktuellen
Album, dass sie immer noch eine der Besten ist. FAITH AND THE MUSE steuern
die Liveversion ihres „Plague Dance“ bei, die beweist, dass William
Faith immer noch zu den Death Rock-Größen gehört. MEPHISTO
WALZ bieten Bari Baris 2005-Mix von „Alle In Asche“, dem ehemaligen
„Spoken Word“. Hier wurden beide Gesangsspuren, die es gibt wechselweise
hintereinander gemischt, was ganz interessant ist, aber nicht völlig
überzeugend. War es nicht möglich, beide Stimmen mal ineinander
zu mischen? Das wäre zumindest weitaus spannender gewesen. Um die Reihe
der Christian Death-Umfeld-Bands zu vervollständigen, sind auch noch
SCARLET´S REMAINS dabei, die sicher eine der besten aktuellen puren
Death Rock-Bands sind. Ihr Album ist ein absoluter Hammer des Genres.
Zu den weiteren Höhepunkten gehören wieder einmal NEW DAYS DELAY
mit einem grandiosen deutschsprachigen Wave-Punk-Song, außerdem UNDYING
LEGACY, die guten alten Gothic-Rock im Stile von Red Lorry Yellow Lorry oder
Play Dead bieten und die schön wavigen ULTRANOIR, die ihre Nische irgendwo
zwischen The Cure, The Essence und Clan Of Xymox gefunden haben.
Zu den sehr guten Songs gehören auch die von BLOODY DEAD AND SEXY, MIGUEL
AND THE LIVING DEAD, HEARTS FAIL, NEW SKIN, PURR MACHINE, JOY DISASTER und
TRAGIC BLACK.
Aber auch alle weiteren Bands, unter anderem NAUGHTY ZOMBIES, FORMFLEISCH,
THE BRIDES, NO TEARS, THE ESCAPE und viele mehr liefern einen guten Überblick
dazu ab, was sich derzeit in dieser Szene so tut.
Nimmt man die drei „New Dark Age“-Sampler zusammen, könnte
ein fauler DJ damit einen kompletten Gothic-Rock-Abend bestreiten, indem er
sie einfach nacheinander abspielt. Die Fans würden sehr zufrieden nach
Hause gehen. Erwarten wir also freudig „Volume 4“. (A.P.)