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NEW DARK AGE vol.2

Sehnsüchtig habe ich auf diese Scheibe gewartet: Der zweite Teil der New Dark Age-Reihe. Dementsprechend hoch war wohl auch meine Erwartung, denn anders kann ich mir eigentlich nicht erklären, warum ich enttäuscht von der CD bin. Vol. 1 hat mich sehr begeistert, und daran reicht diese zweite Compilation einfach nicht heran.

Es sind wieder hervorragende Künstler mit wirklich guten Songs vertreten, wie Skeletal Family mit "All My Best Friends", Frank The Baptist mit "Signing Off", Bella Morte mit "Eyes Of A Ghost", The Last Days Of Jesus mit "Connected Or Infected" oder Götterdämmerung mit "Echoes Of Despair", und auch wieder viele Stücke, die mir bisher unbekannt waren, aber durchaus mehr als nur eine Daseinsberechtigung haben, wie beispielsweise "Sat On A Wall" von Radio Scarlet, ein düsterer, schräger Batcave-Song, "Final Resolve" von The Way Of All Flesh, rhythmisch kraftvoller Gothic, und auch das mehr als schräge "Horrores" von Quidam, obwohl einem bei diesem Song das Gequietsche nach mehrmaligem Hören doch auf den Geist geht... ;o)

Im positiven Sinne aus dem Rahmen fallen Stücke wie "Großstadtalarm" von Plastikstrom und "Where Have The Years Gone?" von Graphik Magazin, beides Minimal-Elektro im Stil der 80er, und "Gemini Girly Song" von Katzenjammer Kabarett, wobei man durchaus vom Bandnamen auf den Musikstil schließen kann, mit ein bißchen Katzenjammer und einer Menge Kabarett... ;o)

Den Abschluß zu CD 1 bildet ein ruhiges Stück, das aber leider statt zum Träumen eher zum Einschlafen verleitet: "Try To Be Still" von Leisur::Hive. Der Song ist meines Erachtens nach einfach nur langweilig, ohne Höhen und Tiefen, sehr monoton, und absolut Fehl am Platz. Negativ aufgefallen ist mir auch Zadera mit "Fallen". Ein wirklich schöner Song, gute weibliche Stimme, nur sollte die Sängerin vielleicht lieber auf deutsch singen, da der Akzent einfach zu durchschlagend ist.

Alles in allem ein sehr hörbarer Sampler, der jedoch etwas zu rund wirkt und keine wirklichen Höhen hat. Es ist zumindest kein einziger Song enthalten, bei dem ich in Begeisterungsstürme ausgebrochen wäre. Vielleicht wäre dies anders, wenn ich die zu Anfang genannten Bands nicht auch privat hören würde und deren Songs noch nicht gekannt hätte, denn diese Lieder sind wirklich richtig gut. Es ist schade, aber ich kann es nur wiederholen: An Teil 1 dieser Samplerreihe reicht diese Compilation nicht heran. Und trotzdem hoffe ich auf einen dritten Teil... :o)

Andrea