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Miguel And The Living Dead - Alarm!!!

VÖ: 25. July 2005
Label: Strobelight Records/Alive
Länge: 42 min.
Genre: Deathrock

Frontman Nerve 69 startete MIGUEL AND THE LIVING DEAD im Sommer 2001 als Ein-Mann-Projekt. 2002/2003 gesellten sich dann noch ein paar Leute hinzu, sodass man von diesem Zeitpunkt an von einer „richtigen“ Band sprechen kann. Die bisherige Biographie von MIGUEL und seinen untoten Mitmusikern ist so kurz und knapp wie es kaum geht. Erste Demo mit fünf Tracks im Jahr 2004 und nun Mitte 2005 bereits das erste Album, welches via Strobelight Records Veröffentlichung findet. Ganz ehrlich: kann man als junge Band überhaupt soviel Glück auf einmal haben?
Um die Musik dieser fünf polnischen Jungs zu beschreiben, kann man sehr viele Wortkombinationen erfinden oder bereits erfundene aneinander reihen. Angefangen von Friedhofs-Goth’n’Roll über Deathrock, Batcave, Horrorpunk bis zu Gruselobilly passt irgendwie alles. Will sagen: die sich langsam aber sicher ausbreitende Popularität der Band hat sicherlich damit zu tun, dass sie zwar eher nach Oldschool- Deathrock klingen, aber durch bestimmte Feinheiten in Lyrics und Musik immer auch die Grenzen zu anderen naheliegenden Genres ein Stück weit überschreiten.
Wenn man dann die Texte einmal liest, können einem MIGUEL AND THE LIVING DEAD eigentlich nur noch sympatisch sein. Da geht es unter anderem um wahre Liebe unter Untoten, um Zombies, Terror und Killer Clowns. Alles kleine Geschichten, die im Kopf eines Zombiekindes entstanden zu sein scheinen und die teilweise so ulkig und grotesk sind, dass man das alles irgendwie süß finden muss.
Hinzu kommen die Namen der Bandmember, von denen Killerklaus meines Erachtens der lustigste ist.
Und wer die „Greetings“ am Ende des Booklets liest, der wird sich wie ich fragen, warum die fünf neben THE LAST DAYS OF JESUS, ANTIWORLD und LA PESTE NEGA auch MICHAEL JACKSON grüßen. Vielleicht deckt irgendein Interviewer dieses Geheimnis ja mal auf...

Fazit:
MIGUEL AND THE LIVING DEAD machen zwar Friedhofs-Goth’n’Roll... aber Friedhofs-Goth’n’Roll zum liebhaben. Wer also an irgendeinem der oben genannten Genres auch nur ein Fünkchen Interesse hat, sollte sich die Band zumindest einmal anhören. Ich glaube, es findet sich für jeden mindestes ein Song, der gefällt.

Anspieltipps:
„Graveyard Love Song“
“The Night Of Terror”
“Killer Klowns From Outer Space”
“Train Of The Dead”

8/10 (Luise Jankowski)