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Murder At The Registry - Filed: '93 - '03
Nach einigen Beiträgen auf diversen Samplern (z.B. Hex Files)
erschien im April diesen Jahres nun endlich ein erstes komplettes Album der
norddeutschen Goth n Punk-Band MURDER AT THE REGISTRY, welches den Titel
Filed: 93-03 trägt und die drei EPs von
1999, 1993-1997, sowie ganz aktuelles Material von diesem Jahr enthält.
Diese Zusammenstellung von Aufnahmen verschiedener Phasen der Band-Entwicklung
zeigen, dass MUDER AT THE REGISTRY schon seit Anbeginn eigene Wege und einen
eigenen Stil verfolgt haben, der sich über die Jahre hinweg von eher
Gothic-Rock zu eingängigen, tanzbaren und einfach sehr schön anzuhörendem
Oldschool-Deathrock mit Punk und Gothic-Einflüssen (oder wie auch immer
man das nennen mag ;-)) entwickelt hat. Dabei wird auch deutlich, dass MUDER
AT THE REGISTRY nicht einfach die Chance des momentan doch recht beliebten
Batcave/Deathrock-Trends ergriffen haben, sondern schon seit langer
Zeit diesen Stil prägen und ein kaum verzichtbarer Bestandteil dieser
Szene sind.
Neben den in der Mehrzahl englischen Texten, gibt es auch einige deutschsprachige,
was erfreulich ist, denn der Umgang mit deutschen Texten ist meiner Meinung
nach recht schwierig, wenn man nicht ins Kitschige abrutschen will. Hier also
noch ein besonderes Lob ;-)!
Das Lied Der Schwermuth von der 1999er Blessed & Cursed
EP hat sogar literarische Züge, weil der Text Nietzsches Also
sprach Zarathustra entstammt. Mit Hilfe der erläuternden Kommentare
im Booklet kann man auch die etwas konfuse ;-) Band-Geschichte gut nachvollziehen
und bekommt so auf einen Eindruck von dem sehr energischen und geduldigen
Bemühen der Band um allseitige Beachtung und Anerkennung, natürlich
auch über die Grenzen verschiedener Musikstile hinweg.
Als Anspieltipps empfehle ich neben den recht bekannten Titeln Cupido,
The Stolen Photograph oder The Creatures Are Having Fun
With The Hollywood Dreamblaster auch Das Lied Der Schwermuth,
Wo Bin Ich? und Pump.
Letztendlich kann ich nur sagen, dass dieses Album ein Muss für Leute
ist, die jemals etwas von MURDER AT THE REGISTRY gehört haben und die
gut fanden! Auf diesem ersten Longplayer der Band befinden sich viele Jahre
Arbeit und Geschichte und lassen einen grandiosen Überblick über
deren Schaffen erstehen!
Luise Jankowski