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Murder At The Registry - Filed: ´93-´03
Strobelight / Indigo

- Ein weiteres prachtvolles Beweißstück dafür, daß gut gemachter Deathrock weder tot ist, noch zwangsläufig aus England oder den USA kommen muß ist die kürzlich über das junge Label Strobelight Records erschienene Murder At The Registry CD-Compilation, die alle bisherigen EPs der deutschen Formation vereint.


Der harte Kern der bereits 1991 gegründeten und dennoch bis heute nie wirklich in großem Stil bekannt gewordenen Formation sind Sänger und Bassist Tom sowie Mart an Gitarre und Backing Vocals. Unterstützt wurden und werden die beiden von weiteren Musikern, die jedoch nichts fest zum Line-Up der band zählen. Zuviele Besetzungswechsel in der Vergangenheit mögen der Grund dafür sein. Einen Überblick über die Vergangenheit beziehungsweise das bisherige Schaffen der in Insider-Kreisen bereits hoch geachteten Murder At The Registry bietet die kürzlich erschienene CD "Filed: ´93-´03". Hierauf zusammengefaßt wurden die bislang nur in Eigenregie produzierten und veröffentlichten EPs "Always On The Brink" (1993-1997), "Blessed & Cursed" (1999) und die brandaktuelle "The Black Breakfast EP" aus dem Jahre 2003.

Auch wenn sich somit ganze zehn Jahre Bandgeschichte zusammengefaßt auf einer Silberscheibe wiederfinden, wirkt "Filed: ´93-´03" mehr wie ein erstaunlich rundes und konsequentes Album: Kurzum, Murder At The Registry sind sich und ihrem nicht gerade Mainstream tauglichen Stil über viele Jahre absolut treu geblieben. Fernab aller derzeit im großen Stile angesagten Trends rocken, gothen und punken sich Murder At The Registry auf angenehm eingängige und dennoch nicht langweilige Art und Weise durch die 16 enthaltenen Stücke und zollen nicht selten den Ursprüngen der Punk-, Wave-, Indie- und Gothic-Szene Tribut.

Eher flotte und richtig schön "rotzig" klingende Gothpunk-Songs wie "Cupido", "Das Lied Der Schwermut", "Wo Bin Ich?" oder dem aktuellsten Highlight "The Creatures Are Having Fun With The Hollywood Dreamblaster" wissen ebenso zu gefallen wie die beschaulicheren Klänge des "Brainsong" oder "Blessed Curse". Den ein oder anderen Vergleich mit den Ikonen Christian Death, in deren Vorprogramm man bereits spielen durfte und zu überzeugen wußte, müssen sich Murder At The Registry immer wieder -und zweifelsohne nicht ganz zu unrecht- gefallen lassen. Versteht sich von selbst, daß hiermit die frühen Werke der großen Vorbilder gemeint sind und nicht die aktuellen Pseudometal-Outputs. Damit haben Murder At The Registry nämlich glücklicherweise herzlich wenig gemein.

Sie setzen auf zuweilen schlichte aber wirkungsvolle Rocksound, wie man ihn gerade in heutigen Zeiten nur noch viel zu selten zu hören bekommt. Eine Freude für alle, die den alten Tagen, in denen Punk und Goth noch nicht klar zu trennen waren, immernoch hinterher weinen und alle alten Kultscheiben schon viel zu oft gehört haben. Here´s the new old Goth Stuff as you ever liked. Unbedingt reinhören.

Label: Strobelight Records
Vertrieb: Indigo
Spielzeit: 75:59
Titel: 16
VÖ-Datum: 28.04.03

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[www.strobelight-records.com]
[www.murderattheregistry.com]


27.06.2003 Marco Schwiers