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MURDER AT THE REGISTRY "Filed 93-02" (Batcave/Goth Punk)
(Strobelight)

Auf dieser CD sind die drei in Eigenproduktion veröffentlichten Alben "always on brink?, "blessed and cursed EP? und "the bleak breakfast? zusammengefasst. Die Band hat sich mittlerweile eine reichhaltige Fanschar erspielt, vor allem bedingt durch reichhaltige Live Präsenz bei Festivals (Herbstnächte, Under Cover of Darkness) oder als Support von Christian Death, Cinema Strange oder Two Witches. Beeinflußt vom American Gothic der Spät-80er und dem deutschen Dark Punk dieser Epoche hat die Band mittlerweile zu einem eigenständigen Sound gefunden. Die Cd liefert somit eine interessante Zeitreise von den Anfängen bis in die Gegenwart. Die "blessed and Curse EP" wurde bereits ausführlich besprochen (siehe Reviews/Archiv). "Always on the brink" führt uns ganz weit zurück in die 80er und erinnert an die depressivste Variante von The Cure. Doomig, schleichend trägt sich eine alptraumhafte Schwärze ins Gehör. Die Stimme leidend, behaftet mit einem schwarzromantischen Trauerflor, der sich auch in den tiefmelodischen Zwischenspielen nicht aus dem Suizidbündnis drängt ("addicted"). "Brainsong" lässt die Finsternis hingegen auf rohen, ungezügelten Pfaden wandern. Mit dem Sängerwechsel von Martin zu Thomas gelingt auch der Sprung von "seventeen Seconds" zu "Reptyle House" und doch besitzt dies Band ihren ganz eigenen Stil. Und mit "wo bin ich" gelingt ihnen ein wahrer Geniestreich, der sich zwischen Grauzone, Sisters und Cinema Strange einpendelt und dezent die NDT streift. Die Songs der "the bleak breakfast E.P." vereinigen den irren Gesamtsound der Band, zeugen von Reife, besitzen aber trotzdem dieses absolut begeisternde Underground-Feeling. Klasse! (andreas)