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Human Disease - Our Flesh Deception
Strobelight / Indigo


- Human Disease haben sich nach einem Zitat der Goth- und Deathrock Ikone Rozz Williams benannt und gelten als die Schwesterband der ebenfalls aus Italien stammenden Chants Of Maldoror. Diesen beiden Formationen ähnelt auch der Sound ihres jüngst erschienenen Albums "Our Flesh Deception".


Alleine der Blick auf das Label genügt, um in etwa zu erahnen, was einen im Falle von Human Disease musikalisch erwartet. Schließlich steht der Name Strobelight Records seit geraumer Zeit Pate für schräge, undergroundig-coole Releases aus dem Batcave, Goth- und Deathrock Sektor. Human Disease wurden 1997 in Rom gegründet und bestehen aus Frontmann Lien, Gitarrist Lantiér, Keyboarderin Vanessa, Drummer Mirko und Bassst David, welcher ebenfalls bei den nicht minder schrägen Chants Of Maldoror mitwirkt.

Mehrdeutige Verbindungen von Leben und Tod, und die Pole zwischen morbider Verzweiflung und grausamer Sinnlichkeit sind die Themen der Band, welche offenbar bereits im düsteren Intro "Vial Of Misery" vertont sind. Dieser zweiminütigen Einstimmung folgt das sich zunächst langsam aufbauende "Nativity 33", welches nach einiger Zeit mittels Break in einen flotten, punkigen Rhythmus umschlängt. Flirrende Gitarren, klimpernde Keyboard-Sounds und klagender Gesang gesellen sich hinzu und sollen auch den weiteren Verlauf des Albums noch häufiger bestimmen. Das folgende "Gold Flames Of Angels" lebt von einer melancholischen Atmosphäre und ist im Tempo etwas gedrosselt, was den Track eindeutig ebenso tanzbar macht, wie die folgenden Titel "Artistic Gredd" und "Even Unblameable" oder "Disclosed In Flesh".

Wer in seinem Stammclub schon immer gerne auf Christian Death oder Cinema Strange abgehottet ist, sollte in Zukunft beim DJ vielleicht mal nach Human Disease fragen, um etwas frischen Wind um die Ohren geblasen bekommen. Der Sound der Band ist zwar nichts brandneues - doch gerade das etwas angestaubte Retro-Flair macht die Sache ja manchmal - und so auch in diesem Falle - so reizvoll. Human Disease dürften jedenfalls mühelos die "ewig Gestrigen" Waver als auch die jüngeren Deathrock-Fans zufrieden stellen und sollten sich in Kürze hoffentlich den verdienten Bekanntheitsgrad - zumindest im "Underground" erspielt haben.

Label: Strobelight Records
Vertrieb: Indigo
Spielzeit: 35:47
Titel: 11
VÖ-Datum: 06.09.04


02.10.2004 Marco Schwiers