L'etoile Noire

Frank The Baptist - Beggars Would Ride
(Strobelight Records / Indigo)


Mit 'Different Degrees Of Empty', dem Debütalbum und gleichzeitig erstem Release des noch jungen Labels 'Strobelight Records', konnten die Kalifornier FRANK THE BAPTIST im vergangenen Jahr schon ordentlich abräumen und fanden dank Hits wie 'Echoes Of Never', 'Falling Stars' und 'Silver Is Her Color' schnell viele begeisterte Freunde in der Gitarren Goth Rock Szene. Wer die Band bei einem ihrer nur zwei Deutschland Konzerte im April (eines davon in Berlin, Skeletal Remains - Party) live erlebt hat, wird sich spätestens seitdem ihrer Faszination nicht entziehen können. Nur konsequent, dass mit 'Beggars Would Ride' nun bereits der zweite Longplayer vorliegt.

Wie auch schon bei 'Different Degrees...' passen FRANK THE BAPTIST eigentlich gar nicht so sehr in das klassische Goth / Death - Rock Schema, in das man sie schnell mal einordnen möchte, denn ich könnte mir gut vorstellen, dass ihre Musik auch bei Hörern von einfach guter, melancholischer, aber trotzdem treibender Gitarrenmusik, wie INTERPOL, CHAMELEONS und THE CURE, sehr gut ankommen würde. 'Beggars Would Ride', wirkt im Gegensatz zum Vorgänger sogar noch etwas mehr 'alternative' und weniger düster, dafür aber komplexer und verspielter. Von einem Stilwechsel zu sprechen, wäre jedoch maßlos übertrieben, bleibt sich die Formation doch sehr treu. Wer das erste Album mochte, wird also auch bei 'Beggars Would Ride' auf seine Kosten kommen, ohne das Gefühl zu haben, das alles schon eimal gehört zu haben.

Faszinierend ist, dass sich dieses Album mit jedem mal mehr erschließt und erst nach einigen Durchläufen so richtig zündet. Liegt vermutlich daran, dass die Song von FRANK THE BAPTIST vordergründig betrachtet nicht so extrem hitlastig und eingängig sind, sondern ihre ganze Tiefe erst nach mehrmaligen Hören entfalten - dann aber richtig. Auffällige Ohrwürmer hat dieses Album nicht zu bieten, aber es lassen sich durchaus sofortige Highlights wie der Opener und wohl baldige Tanzflächenfüller 'Signing Off', das hymnische 'While Falling Apart', das melodiöse 'Eskimos And Butterflies' und das melancholisch intensive 'All The Faces' ausmachen. Die anderen Songs runden den positiven Gesamteindruck glänzend ab und befahren (oder sollte man bereiten sagen ?) einen Weg, der stets von Melancholie, aber auch Hoffnung gepflastert ist. Immer wieder untermalt, mal auch unterbrochen von genialen Gitarrenwänden und Frank's beschwörender Stimme, die prädestiniert dafür scheint, aus jedem Song eine kleine Hymne zu machen.

'Beggars Would Ride' ist das würdige Zweitwerk einer aufstrebenden Band und zugleich ein zeitloses Album ohne schnellebige Klischees und Abnutzungseffekte, das man auch noch in mehreren Jahren gerne hören wird. Man nennt so etwas auch gerne 'Klassiker'.

christian p. 17.06.2004