BLACKLIGHT webzine
Frank
The Baptist - Different Degrees Of Empty
Strobelight / Indigo
- Manchen Bands fliegt die Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit beziehungsweise
in der überregionalen, ja sogar internationalen, "Szene" förmlich
zu. So auch der vierköpfigen US-Deathrock-Formation Frank The Baptist,
deren kürzlich über Strobelight Records erschienenes Album das erste
offiziell erhältliche Werk seiner Art ist.
Mitte der Neunziger im Underground von San Diego von Frank mit der Intention
gegründet, Musik zu schreiben, die es in der Region bis dato so nicht
zu hören gegeben hatte und das Ziel verfolgend, eine selbstzufriedene
lokale Band zu werden, spielten Frank The Baptist 1997 ihr erstes Konzert
und ahnten wohl nicht im entferntesten, was Jahre später auf sie zukommen
sollte. Das Publikum zeigte sich begeistert und nach dem vorsichtigen Versuch,
auch die US-amerikanische Gothic-Szene außerhalb San Diegos mittels
eigens produzierter CDs auf sich aufmerksam zu machen, brachte der Band im
handumdrehen zahlreiche Auftrittsmöglichkeiten im Vorprogramm von Größen
wie Cinema Strange, Diva Destruction, The Damned und Gitane Demone ein.
Kurzum: Alsbald wurden Frank The Baptist heimlich, still und leise zum Kultobjekt in Deathrock-Kreisen und es dauerte auch nicht lange, bis hierzulande die DJ-Gebrüder Ralf & Thomas Thyssen auf Frank und die übrigen drei vermeintlichen Baptisten aufmerksam wurden und begannen, die Stücke "Bleeding In My Arms" und "On My Tongue" dem Publikum vorzustellen. Heute füllen diese Titel die Tanzfläche auf fast jeder namhaften Batcave- und Deathrock-Party und wenig später wurde es Zeit, diese und neun weitere Titel auf dem ersten offiziellen Frank The Baptist-Album zu veröffentlichen.
"Different Degrees Of Empty" klingt eigenständig und wird vor allem durch Franks markanten und kraftvollen Gesang geprägt, der dominant vor eher schlicht gemachten und dennoch wirkunsgvollen Gitarrenkompositionen glänzt und gar nicht so recht ins typische Klangbild des Gothic anno 2k3 passen möchte. Erinnerungen an alte Tage werden zwangsläufig geweckt und so verwundert es auch nicht, daß die Band sich desöfteren mit Christian Death und Play Dead vergleichen lassen muß. Dabei gehen Frank The Baptist meines erachtens einen doch deutlich eigenständigen und weit weniger nach vorne treibenden Weg als zum Beispiel Christian Death zu ihren besten Zeiten. Melancholische und dunkle Stimmungen überwiegen in den oftmals eher getragenen und langsamen Stücke und die gewisse, diesem Album anhaftende, Befremdlichkeit läßt mich da doch eher an die Kompositionen von Bauhaus denken, was wohl bei weitem nicht weniger Ehre für ein Kind der Neunziger ist.
Sicher kein Album für jedermann und erst recht nicht geschaffen für die Liebhaber moderner, hektischer und schnellebiger Gothic-Techno-Sounds, dafür aber ein Juwel in der Sammlung eines Musikliebhabers, der immernoch den guten alten Zeiten nachtrauert oder diese erst jetzt neu für sich entdeckt. Für Deathrock- und Batcave-Freaks sicher eine fast unumgängliche Anschaffung, allerdings nicht, ohne vorher in markante Tracks wie "Swing The Pendulum", "Echoes Of Never" oder "On My Tongue" hineingehört zu haben.
Label: Strobelight
Records
Vertrieb: Indigo
Spielzeit: 44:56
Titel: 11
VÖ-Datum: 21.04.03
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[www.strobelight-records.com]
[www.frankthebaptist.com]
08.08.2003 Marco Schwiers