Pressburger Gothic Journal

ZADERA – interview

Stigmata: Ihr seid eine relativ neue Band. Könntet ihr uns kurz die Bandgeschichte beschreiben?
Zadera: Mh, die Bandgründung fand im Jahr 2000 statt. Noch unter einem anderen Namen fingen da Michel und Conny (die Bandältesten sozusagen) an, mit anderen Leuten, Musik zu machen. 2002 kamen erst Jenny und dann Peter hinzu, bis wir eben auch nur noch auf diese Besetzung geschrumpft waren und gemerkt haben, dass es zu viert am besten läuft, verging noch mal einige Zeit. So seit zwei Jahren läuft es eigentlich toll, was die Besetzung angeht.

Stigmata: Wer sind die Bandmitglieder?
Zadera: Ja, da wären zum einen die beiden Mädels Conny und Jenny. Conny ist dafür zuständig, dass in der Band geshoutet, krakeelt oder aber, und das macht den Großteil aus, schön gesungen wird. Sie schreibt auch Texte und ist als Frontfrau auch irgendwie Aushängeschild der Band. Jenny spielt Drums bei ZADERA und ist die meiste Zeit auch hinter ihrem großen Schlagzeug versteckt. Leider wie wir finden. = ) Zum anderen wären dann noch die beiden Jungs Michele (Gitarrist) und Peter (Bassist). Im Nebenberuf die Hauptbiervernichter und Kickerverrückten bei ZADERA.

Stigmata: Da ich euch schon aus Leipzig live kenne, weiss ich, dass eure Live-Performance sehr Energie geladen wirkt. Seht ihr euch selber mehr als eine Live- als eine Studioband?
Zadera: Das ist gar nicht mal so einfach zu beantworten. Wir lieben es live zu spielen und aufzutreten, es ist für uns sehr wichtig mit einem potentiellen Publikum in Kontakt zu kommen. Da gibt es keinerlei Berührungsängste! Andererseits hat die Studioarbeit auch seine Reize und Vorteile. Wir haben gemerkt, das man aus seinen Liedern noch mal jede Menge rausholen kann, wenn man im Studio damit arbeitet. Aber live ist doch einfach lustiger.

Stigmata: Habt ihr mit "Fallen" am "New Dark Age vol. 2" Sampler neue Fans gewonnen?
Zadera: Können wir gar nicht genau einschätzen. Der Bekanntheitsgrad ist sicher gestiegen und wir hatten viel positive Resonanz aber direkt neue Fans? Zumindest schön, wenn das so wäre.

Stigmata: Vor kurzem ist euer Debut beim einen der besten heutigen Labels - Strobelight Records erschienen. Wie kam es dazu?
Zadera: Den "New Dark Age Vol. 2" Sampler hattest Du ja schon erwähnt. Strobelight bat uns um "Fallen" für die Compilation und wir gingen ins Studio um das Lied neu aufzunehmen. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Aufnahmen nicht von überzeugender Qualität, da wir immer alles selber im Proberaum produziert hatten. Nachdem der Sampler erschien, fragten wir bei Strobelight nach ob sie mit der Qualität zufrieden gewesen wären und nicht an weiterer Zusammenarbeit interessiert seien. Ja, die Jungs waren definitiv interessiert und so kam es zu Veröffentlichung des Debüts im Oktober 04 nach dem wir unter Volldampf gearbeitete hatten um alles rechtzeitig fertigzustellen.

Stigmata: Eure Debut CD "... something red" ist euch sehr gut gelungen. Wie seid ihr damit zufrieden?
Zadera: Wir sind schon stolz darauf und auch zufrieden. Es war zwar sehr stressig und anstrengend, auch weil halt Freunde und Bekannte mit eingebunden werden mussten ohne deren Hilfe wir wahrscheinlich alt ausgesehen hätten. Die Reaktionen und Kritiken waren durchweg gut und das hat uns gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Stigmata: Was bedeutet "... something red"?
Zadera: Das ist angelehnt an den Spruch "something old, something new, something borrowed, something blue". Das ist so ein Hochzeitsspruch und da sich Beziehungsthematiken sowohl durch das Artwork der CD als auch durch die Texte ziehen, diese Thematiken aber eher morbid und problematisch sind, schien uns der Titel in dieser Abwandlung passend. Außerdem wird damit die Frage nach der Flüssigkeit auf dem Cover gestellt! Ist es nun Blut oder doch einfach nur "something red"? Na ja, es ergibt schon einen Zusammenhang wenn man die Sache näher betrachtet.


Stigmata: Connys Stimme erinnert mich stark an Anja Huwe (X Mal Deutschland)?

Zadera: Mh, das ist ein Kompliment, oder? X Mal Deutschland ist natürlich auch ein großer bandinterner Favorit, aber wir versuchen nun nicht bewusst gesanglich in diese Richtung zu kommen. Das ergibt sich einfach so.

Stigmata: Denkt ihr, dass es mit englischen Texten leichter für die Band ist, sich in der Szene zu etablieren?
Zadera: Nein, zumindest nicht national. Da wäre es wohl einfacher sich zu etablieren indem man Deutsch singt. Ob man sich nun mit Englisch international leichter etabliert können wir nicht genau sagen. Aber die Texte entstehen auch nicht mit diesen Überlegungen. Da geht es einfach um die Hörgewohnheiten der Band und wir entscheiden uns abhängig vom Song für die Sprache. Es gibt ja auch 2-3 deutsche Lieder. Aber im Deutschen ist es einfach schwerer überzeugende Texte zu schreiben, die auch noch gut klingen. Die Überlegung , mit welchen Elementen von Musik und Text man sich leichter etabliert , stellt wirklich niemand in der Band an, um das noch mal zu sagen. Das wäre wohl definitiv der falsche Weg.

Stigmata: Welche Emotionen wollt ihr mit euren Texten bei den Leuten wecken?
Zadera: Conny weiß was sie bei den Liedern fühlt, was für sie hinter einem bestimmten Text steht, dass möchte sie den Leuten auch mitteilen. Was die Texte darüber hinaus bei den Leuten für einen Eindruck machen ist von den Leuten abhängig und ja nicht mehr wirklich beeinflussbar von uns. Die Menschen machen in ihrem Leben ganz verschieden Erfahrungen und genauso unterschiedlich sind die Empfindungen. Eine universelle Botschaft gibt es nicht, wenn Du das meinst.

Stigmata: Was kann man von euch in nächster Zukunft erwarten?
Zadera: Schwer zu sagen. Auf jeden Fall neue Lieder! Daran arbeiten wir im Moment. Da werden dann auch die Jungs hier und da stimmlich mit einbezogen. Eins dieser Lieder wurde schon live "getestet" und das Feedback war toll. Ansonsten wolle wir natürlich weiter machen!!! Auftreten, eine neu CD aufnehmen, und noch mal ganz viel auftreten! Hoffentlich dann auch bald mal im Ausland! Das ist uns leider bislang verwehrt geblieben.

Stigmata: Wie ist den die (Old School) Goth/Deathrock Szene im ehemaligen Ost-Deutschland?
Zadera: Du, da kann man denken wir, nicht mehr mit den Begriffen wie Ost- und West-Deutschland arbeiten ,denn die Szene ist relativ überschaubar und das läuft alles "einheitlich" ab um das mal so zu auszudrücken. Generell gibt es immer noch relative wenig DJ's die Goth/Deathrock und Postpunk auflegen. Es gibt einige Leute wie Roland "DJ Darkland", Cyberpagan , Conny und andere, die unermüdlich ihr Ding durchziehen aber die haben immer noch zu kämpfen.

Stigmata: Und wie ist es speziell in Magdeburg?
Zadera: In Magdeburg sieht es nicht anders aus! Wir befinden uns sozusagen inmitten einer Hochburg des Elektro =) Ab und zu gibt es aber auch hier gute Veranstaltungen. Man muß halt selbst was auf die Beine stellen, was wir auch regelmäßig versuchen.

Stigmata: Was ist eure Lieblingsbeschäftigung, außer Musik selbstverständlich?
Zadera: Mh, das Liverollenspiel ist ein Hobby von Conny aber sie zeichnet auch gern. So hat sie zum Beispiel die Cover der Zadera- T-Shirts entworfen! Michele und Peter sind verrückt nach Tischfußball, dem Kickern und machen allgemein viel Sport (wenn sie nicht gerad Bier trinken =) und Jenny hat ihren Hund "Johnny Cash" der viel Zeit in Anspruch nimmt, wenn sie von der Schule nach Haus kommt. Sind halt alle schwer beschäftigt.

Stigmata: Habt ihr eine "Message" für Pressburger Gothic Journal Leser?
Zadera: Danke für Euer Interesse!!! Schaut mal bei uns auf www.zadera.de vorbei und lasst ein paar Grüße da. Das motiviert immer! =) Ach ja und: "Artig war gestern"! Cheers und viele Grüße nach Slowakei!!!